Wirkungsbericht 2020
Balu und Du

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unser Alltag stand von heute auf morgen auf dem Kopf. Die Corona-Pandemie hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt. Vieles, was für uns selbstverständlich war, ist es plötzlich nicht mehr.

In dieser besonderen und herausfordernden Zeit waren Balus überall in Deutschland unermüdlich weiterhin für ihre Moglis da und haben die Folgen der Krise für ihre Mentees abgemildert. Begleitet, unterstützt und zum Durchhalten motiviert wurden die Balus dabei von unseren Koordinator:innen.

Für den wichtigen und bedeutungsvollen Einsatz so vieler Menschen in unserem Netzwerk in dieser schwierigen Zeit bedanken wir uns herzlich!

Unser Netzwerk ist der Corona-Krise auf beeindruckende Weise begegnet und trotz der erschwerten Rahmenbedingungen sogar gewachsen.

Während es im August 2019 noch 109 Standorte waren, besteht unser Netzwerk im August 2021 aus 125 Standorten. Dieses Wachstum ist hoch erfreulich und geht mit einem Ausbau von Qualitätssicherung und Programmentwicklung einher. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass sich Kinder, Lehrer:innen, Koordinator:innen und die Balus in unserem Programm wohl fühlen.

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Was haben wir 2020 erreicht?

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neue Gespanne in 2020
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neu gegründete Standorte

Schwerpunkte

Projekt Skalierung: Ausbau der Standorte
in Nordrhein-Westfalen

Im ersten Corona-Jahr 2020 initiierte unsere Projektleiterin Lisa Gregor 7 Neugründungen, im Jahr 2021 sind es trotz aller Unwägbarkeiten bis jetzt 12 neue Standorte in NRW.

Wir arbeiten intensiv mit Bildungsbüros, Familiengrundschulzentren, Integrationszentren und anderen Multiplikator:innenstellen auf Kreis- und Kommunenebene zusammen. So sollen weitere Standorte in Schulen, Hochschulen und bei freien Trägern hinzukommen.

Im Jahr 2020 stellten wir in Gesprächen mit Entscheider:innen immer wieder fest, dass das Potenzial von Mentoring noch nicht hinreichend bekannt war.
Wir lernten viel darüber, wie in NRW die Systeme Wohlfahrt und Bildung nebeneinander agieren.

Dank der außerordentlichen operativen Mitarbeit von Ute Volz vom Projektfinanzier Eleven – Verein für Kinder- und Jugendförderung e. V. konnten wir die Aufmerksamkeit für das Thema Mentoring weiter steigern.

In Gesprächen mit Bildungs- und Familienpolitiker:innen des Landtags wurde der Balu und Du-Gedanke vorangetrieben. Im Sommer 2021 gipfelten diese Aktivitäten in einem digitalen Fachgespräch zum Thema Mentoring.
So festigen wir das Verständnis für die Relevanz wirksamer Mentoringprogramme und schaffen auf politischer Ebene die Grundlagen für gute Arbeit im Programm.

Ein besonderer Meilenstein im Jahr 2020 war die Auszeichnung mit dem Publikumspreis beim Engagementpreis NRW 2020, dessen Schwerpunktthema „Jung und engagiert in NRW“ war.

Konzept "Prävention und Kinderrechte"

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Im Jahr 2020 haben wir das Konzept „Prävention und Kinderrechte“ allen Standorten vorgestellt und zur Umsetzung gebracht. Katja Burschik hat das Konzept erstellt und ist nun zusammen mit Marita Meisner als „Beauftragte für Beratung in Fragen des Kinderschutzes und der Prävention“ bestellt. Ein kleines Team von freien Referent:innen unterstützt die Standorte bei Präventionsschulungen.

Der Balu und Du e. V. und seine Kooperationspartner leisten einen wirkungsvollen Beitrag zur psychosozialen Entwicklung ausgewählter Grundschulkinder (Moglis). Hierbei ist sich der Verein der großen Verantwortung bewusst, die er mit jeder einzelnen Patenschaft eingeht. Das beginnt mit der sorgfältigen Auswahl aller Interessent:innen, die bereits weit vor dem Beginn einer Patenschaft neben allgemeinen Informationen zum Programm auch einen Hinweis auf die zugehörigen Präventionseinheiten erhalten.

Der Schutz, der Erhalt und die Förderung des körperlichen, geistigen und seelischen Wohls der Moglis ist das wichtigste Ziel, für dessen Erreichung sich junge Menschen als Pat:innen (Balus) engagieren.

Der Balu und Du e. V. zeigt sich offen gegenüber verschiedenen Meinungen und Weltanschauungen und lehnt jede Form der Diskriminierung ab. Wir legen großen Wert darauf, Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung voranzubringen und sie zur Selbstständigkeit anzuregen.
Darüber hinaus möchten wir alle Möglichkeiten nutzen, einer Kindeswohlgefährdung vorzubeugen, bereits bestehende Probleme zu erkennen und im Rahmen unserer Möglichkeiten Hilfe und Unterstützung zu leisten.

Unser Konzept soll allen Balu und Du-Standorten dabei helfen, die o. g. Ziele zu erreichen. An die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst, sensibilisiert das Konzept für die Themen „Kinderrechte“ und „Kinderschutz“ sowie für den Umgang mit einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Die Standorte verpflichten sich dabei, das nötige Wissen regelmäßig aufzufrischen und zu erweitern. So etablieren wir einen vergleichbaren Standard im Umgang mit dem Thema „Kinderschutz“ an allen Standorten. Das im Juni 2020 fertiggestellte Konzept bildet die Grundlage für die Kooperation mit den einzelnen Standorten.

Das Konzept wird unter Berücksichtigung der gesetzlichen Entwicklungen sowie der Erfahrungen der einzelnen Standorte spätestens alle zwei Jahre überprüft und ggf. aktualisiert.

Eva-Catherine Knier und ihre Elternzeitvertretung Julia De Juan führen seit 2020 alle neuen Standorte und alle neuen Koordinator:innen in sogenannten Onboarding-Gesprächen in ihre Aufgaben ein.

Ausblick

Strategische Skalierung

Qualitativ hochwertige Mentoringprogramme wie Balu und Du wirken effektiv der bestehenden Chancenungleichheit für Kinder entgegen, die sich durch die Corona-Krise verstärkt hat.
Unser "Projekt Skalierung" trägt dazu bei, unser Netzwerk weiter auszubauen und zukünftig noch mehr Kinder durch ein Mentoring zu unterstützen.

Jubiläum

20 Jahre ist es inzwischen her, dass die ersten Balus Patenschaften für Moglis übernommen haben.
Im Jahr 2027 werden wir in einem noch größeren Netzwerk mit allen Standorten, Balus und Moglis bundesweit ein Vierteljahrhundert Balu und Du feiern.

Verabschiedung

Ein besonderer Dank gilt Frau Prof. Dr. Müller-Kohlenberg, Mitbegründerin und Initiatorin des Mentoringprogramms. Zwei Jahrzehnte lang hat sie sich unermüdlich für Balu und Du engagiert. 2001 initiierte sie zusammen mit anderen Balu und Du als Modellprojekt, 2005 gründete sie mit einem Team den Verein. Sie wirkte seit der Vereinsgründung bis 2017 als Vorsitzende und danach im Aufsichtsrat. Im Juli 2021 gab sie ihren Rücktritt aus dem Aufsichtsrat bekannt. Wir sind froh, dass sie am Standort Universität Osnabrück und als Vereinsmitglied ihren Rat weiterhin einbringt.
Dr. Michael Gran und Nina Schomborg führen als Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende den Aufsichtsrat weiter und setzen sich für ein starkes Balu und Du-Netzwerk ein.

Wir danken unseren Projektpartner:innen und Förder:innen

Balu und Du

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